Richtig heizen, lüften und Wasser sparen
So senken Sie Ihre Energiekosten nachhaltig: die besten Tipps für mehr Energieeffizienz im Haushalt
Einfach effizient wohnen
Das Fenster ist permanent gekippt, die Heizung gluckert hörbar, beim Zähneputzen läuft das Wasser – sie lauern überall, die kleinen Fallen oder Unachtsamkeiten, die wertvolle Energie vergeuden. Gut, dass man diese meist direkt beseitigen und bei den Heizkosten sparen kann. Aber wie heizt und lüftet man richtig? Wie kann man den Wasserverbrauch wirkungsvoll reduzieren? Maßnahmen sind oft überraschend einfach und lassen sich bequem umsetzen. Diese Tipps sollten Sie sich merken!
Für ein spürbar energieeffizienteres Zuhause
Heizen
Schon 1 °C weniger spart bis zu 6 % Heizenergie. Vor allem beim Verlassen des Hauses kann die Heizung auf etwas niedrigerer Stufe weiterlaufen.
Lüften
Lüften Sie gründlich und merken Sie sich die 5x5-Regel: bei unter 0 °C täglich 5-mal für 5 Minuten stoßlüften. Öffnen Sie das Fenster vollständig.
Wärme halten
Zugige Ritzen können Sie mit Fugendichtband abdichten. Für ältere Fensterscheiben gibt’s spezielle Folie, die Wärmeverluste reduziert.
Duschen
Duschen Sie kurz, baden Sie selten. Duschen statt baden kann bis zu 70 % Warmwasser einsparen. Nutzen Sie auch einen Sparduschkopf.
Richtig heizen und lüften
Am meisten Energie kann man dort sparen, wo viel verbraucht wird – dazu gehört der Wärmebereich. In Privathaushalten entfallen oft mehr als zwei Drittel des Endenergieverbrauchs aufs Heizen von Räumen. Um den Verbrauch von Heizenergie zu senken, kommt es neben baulichen Aspekten vor allem aufs richtige Heizverhalten an. Eng damit verbunden ist der Luftaustausch, da gutes Lüften die Luftfeuchtigkeit reguliert und Schimmelbildung vorbeugen kann. Richtig heizen und lüften lohnt sich fürs Portemonnaie, fürs eigene Wohlbefinden und für die Umwelt.
Mit einer optimal eingestellten Heizung ist es nicht nur gemütlich warm. Auch die Heizkosten können gesenkt werden. Neben alltagstauglichen Heizzeiten kommt es auf passende Temperaturen in den einzelnen Räumen an: Hier ermöglichen Thermostatventile eine gezielte Temperaturregelung. Um die Heizung richtig einzustellen, passen Sie die Thermostatventile direkt auf die gewünschte Raumtemperatur an.
Tipp: Lassen Sie die Heizungsanlage regelmäßig vom Fachmann warten. Ein vom Fachhandwerker durchgeführter hydraulischer Abgleich etwa garantiert die einwandfreie Funktion der Heizungsanlage. Er sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden und die Thermostatventile richtig arbeiten können. Dies spart Heizenergie und Pumpenstrom.
Wer seine Thermostatventile klug einstellt, verhindert teures Überheizen, hält die Raumtemperatur stabil und spart Energie, ohne auf Wohnkomfort zu verzichten.
- Thermostatventile dürfen nicht verdeckt werden, damit sie die Raumtemperatur erfassen können.
- Einpendeln kostet unnötig Energie. Es wird nicht schneller warm, nur weil die Heizung auf höchster Stufe steht. Es ist sinnvoll, das Thermostat direkt auf die gewünschte Temperaturstufe zu stellen.
- Die Anschaffung programmierbarer Thermostatventile lohnt sich. Sie regeln die Temperatur flexibel und automatisch. Die Temperatur kann am Tag abgesenkt, abends bei Anwesenheit erhöht und nachts wieder reduziert werden.
- Nutzen Sie für Gasetagenheizungen Raumthermostate. Am besten platzieren Sie diese im Hauptwohnraum innenliegend und in circa 1,50 m Höhe. Starten Sie mit 18 °C und erhöhen Sie täglich um 1 °C bis zur persönlichen Wohlfühltemperatur.
- Wer einen Gasbrennwertkessel besitzt regelt die Temperatur idealerweise direkt an der Heizungsanlage.
- Smarte Thermostate eignen sich für Mietwohnungen, in denen die Temperatur nicht an der Heizungsanlage einstellbar ist, sowie für Nebenräume im eigenen Haus. Sie sorgen schon vor dem Aufstehen für ein warmes Badezimmer und zum Feierabend für eine angenehme Raumtemperatur zu Hause.
Nicht jedes Zimmer muss dieselbe Temperatur haben. Im Flur, wo man sich nicht lange aufhält, oder im Schlafzimmer darf es durchaus ein wenig kälter sein als beispielsweise im Wohnzimmer oder im Bad. Auskühlen sollten die Räume allerdings nicht. Einerseits verbraucht das Warmwerden dann umso mehr Energie, andererseits steigt das Schimmelrisiko.
Richtwerte für behagliche und sinnvolle Raumtemperaturen
| Raum | Richtwert |
| Wohnzimmer | 20 °C |
| Schlafzimmer | 15 bis 18 °C |
| Kinderzimmer | 20 °C |
| Bad | 23 °C |
| Küche | 18 bis 20 °C |
| Flur | 15 °C |
Wichtig zu wissen: Die Heizkosten steigen mit der Raumtemperatur. Schon 1 °C weniger kann bis zu 6 % Energie einsparen.
- Achten Sie darauf, dass die Heizkörper freibleiben, um die Wärmeabgabe an die Raumluft nicht zu behindern. Wird die Heizung etwa vom Sofa oder Vorhang verdeckt, heizt sich der Raum nicht richtig auf. Stattdessen staut sich die Wärme. Lassen Sie daher einen Abstand zwischen Heizkörper und Möbelstück – mindestens 20 cm.
- Halten Sie die Türen von beheizten Räumen geschlossen und lassen Sie abends die Rollläden herunter. So verringert sich Wärmeabgabe nach außen.
- Sogenannte Zugluftstopper für Türritzen sind ein gutes Mittel, um Wärmeverluste zu minimieren und Heizkosten zu sparen.
Luftblasen im Heizkörper verhindern die Wärmezirkulation des Heizwassers. Heizungen müssen daher entlüftet werden, wenn die Heizung „gluckert“, wenn die Wärmeverteilung am Heizkörper ungleichmäßig ist beziehungsweise der Heizkörper in Thermostatnähe nicht mehr vollständig heiß wird.
Regelmäßiges Entlüften kann bis zu 1,5 % der jährlichen Heizkosten sparen. Wie das Entlüften der Heizung funktioniert? Mit einem Heizungsschlüssel am Heizkörper. Stellen Sie dabei am besten einen Becher drunter, um eventuell auslaufendes Heizwasser aufzufangen. Prüfen Sie im Anschluss ans Entlüften die Heizwassermenge der Heizung, denn diese darf nicht zu gering sein.
Wichtigster Tipp: Lassen Sie Räume nicht auskühlen. Damit steigt das Schimmelrisiko. Nachfolgend finden Sie Orientierungswerte für Innenraumtemperaturen:
| Raum | Richtwert |
| Wohnzimmer | 20 °C |
| Schlafzimmer | 15 bis 18 °C |
| Kinderzimmer | 20 °C |
| Bad | 23 °C |
| Küche | 18 bis 20 °C |
| Flur | 15 °C |
Heizen und lüften gehen Hand in Hand
Duschen, kochen, aber auch Zimmerpflanzen sind Faktoren, die die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen und im schlimmsten Fall zu Schimmel führen. Daher zählt zur Schimmelvermeidung neben dem richtigen Heizen auch das regelmäßige Lüften. Machen Sie beim Lüften die Heizung aus.
Richtig lüften: die 5x5-Regel
Richtiges Lüften ist oft ein Balanceakt: Zu wenig Frischluft fördert Schimmel, zu häufiges Lüften lässt die Heizkosten steigen. Es kommt also auf das richtige Maß an. Lüften Sie kurz, aber gründlich – am besten durch Stoß- oder Querlüften. Wichtig ist, das Fenster weit zu öffnen und nach kurzer Zeit wieder ganz zu schließen. Vermeiden Sie Dauerlüften über gekippte Fenster.
Als Richtwert können Sie sich die 5x5-Regel merken: 5-mal täglich für 5 Minuten mit weit geöffnetem Fenster lüften. So wird die Luft ausgetauscht, ohne dass Räume beziehungsweise deren Wände auskühlen – entscheidend für die Schimmelprävention. Die 5x5-Regel bietet vor allem bei Temperaturen unter 0 °C gute Orientierung. Wenn es wärmer wird, sollten Sie die Lüftungszeiten etwas verlängern: Bei mehr als 10 °C dürfen es ruhig 15 Minuten sein. Bei Hitze dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen.
Deshalb ist richtiges Lüften so wichtig
Durch Küchen- und Badnutzung, Zimmerpflanzen usw. steigt die Luftfeuchtigkeit. Ohne ausreichende Lüftung können Feuchteschäden und Schimmel entstehen. Auch die „verbrauchte“ Atemluft muss ersetzt werden.
Die Heizung beim Lüften an oder aus?
Während des Lüftens sollten Sie die Heizkörperthermostate schließen. Sonst verbrauchen Sie unnötig viel Heizenergie. Nach dem Lüften wird das Fenster geschlossen und Sie können Ihre Heizung wieder aufdrehen.
Tipp: Zentrale oder dezentrale Wohnungslüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sorgen unabhängig von der Fensterlüftung für eine gute Luftqualität. Außerdem wird die in der „verbrauchten“ Fortluft enthaltene Wärme zurückgewonnen und auf die Zuluft übertragen.
Guter Wärmeschutz dämmt Wärmeverluste ein
Dämmstandards
Je besser ein Haus isoliert wird, desto weniger CO2-Emissionen werden beim Heizen freigesetzt. Gleichzeitig werden fossile Ressourcen wie Erdgas und Erdöl geschont. Die Dämmung von Gebäuden wird im Gebäudeenergiegesetz (GEG) geregelt.
Beispielsweise gibt’s für jedes Außenbauteil bei Erneuerung oder erstmaligem Einbau Grenzen für den sogenannten Wärmedurchgangskoeffizient, oft auch als Wärmedämmwert oder U-Wert bezeichnet. Der Wert zeigt, wieviel Wärme jeweils verloren geht. Auch die Dämmung bestimmter Heizungsrohre und Rohrleitungen ist Bestandteil des GEG.
Ein guter Wärmeschutz trägt dazu bei, dass Sie Wärmeverluste reduzieren und in Zukunft deutlich sparsamer heizen.
Innen dämmen leicht gemacht
Heizungsrohre isolieren und alte Fenster abdichten sind effiziente Schnellmaßnahmen – bitte mit der nötigen Heimwerkervorsicht:
- Sind die Fenster undicht, können sie mit einem Dichtungsband abgedichtet werden. Am besten verwenden Sie einen passenden Einroller.
- Bringen Sie spezielle Fensterfolie an, die Wärmeverluste reduziert. Eine Art zweite Scheibe für ältere Fenster.
- Heizkörper-Reflektoren hinter den Heizkörpern verhindern, dass Wärme durch die Wand entweicht.
- Besonders im Altbau sind Heizungsrohre in unbeheizten Räumen (z. B. im Keller) oft nicht gedämmt. Dämmen Sie die Heizungsrohre mit Dämmmaterial, das den GEG-Anforderungen entspricht.
Wärmedämmung – mehr Komfort, weniger Heizkosten
Neben Fenstern und Rohren sind bei Altbauten oft die Außenwände echte „Übeltäter“: Laut Energieberatungsportal co2online liegt ihr Anteil an den Wärmeverlusten bei circa 35 %. Eine Fassadendämmung etwa kann bis zu 19 % Heizenergie einsparen. Kerze, Papier, Röntgenblick – wie erkennt man schlechte Dämmung? Wo gibt’s Infos zu Fördermitteln? Mehr erfahren Sie im Blog.
Wie kann ich meinen Wasserverbrauch reduzieren?
Neben dem Heizen wird die meiste Energie im Haushalt für die Trinkwassererwärmung aufgewendet. Jede Person im Haushalt verbraucht circa 30 bis 50 l warmes Wasser pro Tag. Etwa drei Viertel entfallen auf die Körperpflege. Das restliche Viertel wird in der Küche und zur Reinigung der Wohnung eingesetzt. Unsere Energiespartipps zeigen, wie Sie im Haushalt warmes Wasser sparen und den Wasserverbrauch nachhaltig senken können.
Wasser sparen im Alltag: das Badezimmer
Der Raum mit dem größten Wasserverbrauch ist in der Regel das Badezimmer. Erster Tipp: Duschen Sie kurz und baden Sie selten. Duschen statt baden spart bis zu 70 % Wasser ein. Beim Duschen können 30 l reichen, beim Baden werden je nach Wannengröße deutlich mehr als 100 l gebraucht. Baden oder duschen? Wasserverbrauch im Vergleich bei einer Wassertemperatur von 37 °C:
| Verbrauch | Wasser | Strom |
| Vollbad | 120 bis 150 l | 4 bis 5 kWh |
| Duschbad | 30 bis 50 l | 1 bis 1,7 kWh |
Wasser sparen beim Duschen, Zähneputzen & Co:
- Hahn zudrehen: beim Duschen das Wasser während des Einseifens und Shampoonierens abstellen
- Sparduschkopf nutzen: Ein herkömmlicher Duschkopf verbraucht teils mehr als 12 l Wasser pro Minute, Sparduschköpfe reduzieren diese Menge und senken den Verbrauch ohne größere Komforteinbußen.
- Beim Zähneputzen am besten einen Becher verwenden und das Wasser nicht einfach laufen lassen
- Bei der Toilettenspülung, wenn möglich, die Spartaste verwenden oder die Stopptaste betätigen, falls zu viel Wasser nachläuft. Prüfen Sie den Spülkasten regelmäßig, denn ein undichter Spülkasten lässt Wasser unbemerkt in die Toilette abfließen. Es kann sich lohnen, den Spülkasten hin und wieder zu entkalken. Oder gar auszuwechseln. Denn moderne Zwei-Mengen-Spülkästen sind sparsamer und verfügen über eine Stoppvorrichtung.
Wasserspartipps für die Küche
Auch in der Küche wird Tag für Tag ordentlich Wasser verbraucht. Schon mit ein paar kleinen Kniffen sparen Sie Wasser ein:
- Geben Sie schmutziges Geschirr in die Spülmaschine statt ins Spülbecken. Der Wasserverbrauch einer modernen Spülmaschine liegt je nach Gerät nur bei rund 10 l pro Spülgang. Starten Sie den Geschirrspüler erst, wenn er voll ist: Geschirr, das nur leicht verschmutzt ist, muss meist auch nicht vorgespült werden. Lebensmittelreste sollten natürlich grob entfernt werden.
- Waschen Sie Obst oder Salat in einer Schüssel statt unter fließendem Wasser: Das gesammelte Wasser kann dann sogar noch zum Gießen von Pflanzen genutzt werden.
Küche, Wohnzimmer oder Waschraum: alle Energiespartipps für den Haushalt
Moderne Technik für einen sparsamen Wasserverbrauch
Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer
- Stellen Sie die Temperatur Ihres Warmwasserspeichers nicht höher als erforderlich ein, denn die Wärmeverluste steigen relativ mit dem Temperaturunterschied zur Umgebungsluft an.
- Achten Sie darauf, dass die Temperatur im Warmwasserspeicher mindestens 60 °C beträgt, da sich sonst Legionellen vermehren können.
- Es lohnt sich, Warmwasserspeicher bei längerer Abwesenheit und vor Urlaubsreisen abzuschalten.
- Vollelektronische Durchlauferhitzer bieten nicht nur hohen Komfort, sondern sind etwa 20 % sparsamer im Stromverbrauch als hydraulische Geräte. Außerdem kann über diese Geräte der Energieverbrauch erfasst werden.
- Selten genutzte Zapfstellen, zum Beispiel in der Gästetoilette, werden am effizientesten mit einem elektronischen Klein-Durchlauferhitzer versorgt.
Virtuelles Wasser sparen
„Wir nutzen Wasser nicht nur direkt zum Trinken, Kochen oder Putzen. In Lebensmitteln und anderen Produkten ist ebenfalls Wasser enthalten oder wurde zu deren Erzeugung eingesetzt. Dieses Wasser wird als virtuelles Wasser bezeichnet. Die Summe des direkt und indirekt genutzten Wassers beschreibt unseren Wasserfußabdruck, also unseren tatsächlichen Wasserverbrauch.“
Bei der Herstellung von Produkten wird häufig eine nicht unerhebliche Menge Wasser verwendet. So zum Beispiel bei der Lebensmittelproduktion. Die Erzeugung von Fleisch und der Anbau von Gemüse, aber auch von Reis und Kaffee (der meist in Ländern mit extremer Trockenheit geerntet wird) sind besonders wasserintensiv. Das gilt aber auch für die Herstellung von Gebrauchsgütern, wie beispielsweise Autos, Papier oder Kleidungsstücken. Zur Produktion einer Jeans etwa wird Wasser für den Anbau von Baumwolle benötigt, später muss die Wolle zur Weiterverarbeitung gut gereinigt werden – und besonders der Färbevorgang erfordert und verschmutzt Wasser. Die Liste ließe sich beliebig weiterführen ... Daher der Rat auch an dieser Stelle: Gehen Sie mit Wasser sowohl bewusst als auch verbrauchsorientiert um.
- Frisch und lecker: Kaufen Sie Obst und Gemüse häufiger saisonal und regional ein.
- Weniger ist manchmal mehr: Wenn Sie bedarfsgerecht einkaufen, werden weniger Lebensmittel entsorgt.
- Oldie but Goldie: Shoppen Sie den einen oder anderen Gegenstand doch auch mal secondhand oder werden Sie beim Upcycling kreativ – das macht auch noch richtig Spaß!